XML suchen und Text hinzufügen

Heute erreichte mich die folgende Kundenanfrage:

Gibt es eine Möglichkeit in InDesign nach XML-Elementen zu suchen und Text danach einzufügen?

Die Antwort lautet Nein. Eine Anmerkung dazu: Es gibt die Möglichkeit nach Text zu suchen, und den gefundenen Text mit einem XML-Element auszuzeichnen – aber das war ja nicht gefragt.

Die Anforderung fand ich gut und der Code dazu war schon in vielen Skripten im Einsatz, also habe ich schnell das Skript AddTextToXMLElement.jsx gestrickt, dass die Aufgabe löst.

Wie geht das? Ganz einfach: Skript installieren, Skript per Doppelklick ausführen, XML-Element auswählen, Text vor bzw. Nach dem Element eintragen, Start drücken.

Wer andere Default werde benötigt, öffnet das Skript in einem Texteditor und ändert die Zeilen 8–10:

defaultTagName:"Root",
defaultTextBefore:"Prefix",
defaultTextAfter:"Suffix",

Unter der Hauber werkelt die Funktion evaluateXPathExpression(). Damit diese auch funktioniert, wenn InDesign-Namespaces aktiv sind, werden die Standardnamensräume automatisch hinzugefügt!

An der Stelle sei auch noch mal auf mein uraltes Skript zum Import von XML verwiesen.

GREP-Ersetzungen automatisieren

In der Praxis ist es oftmals schneller, mehrere einfache GREP-Ersetzungen zu formulieren und hintereinander auszuführen, als lange an einer komplexen Abfrage zu feilen. Wenn die Aufgabe wiederholt ausgeführt werden soll, ist es jedoch mühsam, die einzelnen Abfragen immer wieder herauszusuchen und hintereinander auszuführen.

Ein Skript zur Hilfe

Eine typische Aufgabe für ein Skript – allerdings kann nicht jeder aus dem Stand ein Skript programmieren. Diese Aufgabe erledigt mein kostenloses Skript ChainGREP.jsx: Mit ChainGREP kannst du ein neues Skript erstellen, das mehrere Abfragen hintereinander laufen lässt.

Wie geht das?

1. Abfragen erstellen

Der erste und wichtigste Schritt ist, die einzelnen GREP-Abfragen im Suchen/Ersetzen-Dialog zu speichern. Dazu erstellst du einfach den gewünschten GREP, ggfs. inklusive der Formateinstellungen, und sicherst ihn mit dem Klick auf das Festplattensymbol. Der Namen sollte die Aufgabe des GREPs möglichst gut beschreiben und wird später für die Auswahl der Abfragen benötigt.
GREP-Abfrage speichern

2. Skript herunterladen

Nach dem Download des Skripts musst du das Skript installieren. Wenn du das noch nicht gemacht hast, empfehle ich eine längere Installationsanleitung  auf deutsch oder englisch. Als kurze Erinnerung, es ist ganz einfach: Bedienfeld Skripte öffnen; Rechte Maustaste und Im Finder/Explorer öffnen wählen; Skript in den Ordner Scripts Panel kopieren; Fertig.

3. Skript aufrufen

Nach dem Aufruf des Skripts aus der Skriptpalette per Doppelklick erscheint ein Dialog, in dem alle GREP-Abfragen von InDesign angezeigt werden.

Chain GREP Dialog

Die Liste kann komplett in einem Skript gespeichert werden. Meistens will man aber nur eine gewisse Auswahl an Abfragen hintereinander ablaufen lassen. Dazu kannst du mit Remove Abfragen aus der Auswahl entfernen und die Liste mit den Tasten Up bzw. Down sortieren. Nachdem du deine Auswahl getroffen hast, musst du noch den Suchbereich für das neues Skript im Bereich Scope of Find/Change festlegen. In den meisten Fällen ist die Suche im gesamten Dokument eine gute Wahl.
Nun musst du noch den Namen für das zu speichernde Skript eintragen.

Abschließend drückst du auf Save List und das neue Skript wird im Unterordner FindChangeScripts, der neben dem Skript erstellt wird, gespeichert.

Bedienfeld Skripte

Leider erscheint das Skript unter InDesign CC nicht immer automatisch, manchmal muss man das Skripte-Bedienfeld einmal schließen und wieder öffnen. Dann wird das neue Skript aber sicher angezeigt.

Das neue GREP-Skript kann jetzt widerum per Doppelklick aufgerufen werden. Im Skript werden die Abfragen mit allen Einstellungen abgespeichert. Das heißt, du kannst das Skript auch an einem anderen Computer verwenden, an dem die Abfragen nicht installiert sind. Dies bedeutet aber auch, dass bei einer Veränderung der ursprünglichen GREP-Abfrage das Skript neu erstellt werden muss.

Oder doch lieber selber schreiben?

Wer doch lieber sein eigenes Skript schreiben möchte, dem sei das Probekapitel Suchen und Ersetzen per Skript aus meinen Buch InDesign automatisieren empfohlen. In dem Buch gibt es auch einen umfassenden Überblick über die Suche und Ersetzung mit GREP.

Zum Schluß noch vielen Dank an Peter Kahrel, der mir mit seinem Skript GREP query manager die Idee zu diesem Skript geliefert hat.

InDesign erfolgreich automatisieren

Gemeinsam mit Jason Harder von den Performers habe ich ein recht großes und vermutlich auch sehr typisches Automatisierungsprojekt mit InDesign und Skripten realisiert. Auf dem langen Weg dorthin sind uns viele Dinge ein- und aufgefallen. Da wir beide bloggen – Jason steckt hinter printpraxis.net – dachten wir uns: Das sollten wir vielleicht einmal zusammenfassen!

Die Idee ist, sowohl aus der Sicht des Auftraggebers als auch des Entwicklers offen und ehrlich die Sichtweisen in Bezug auf Kernfragen der Automatisierung zu klären. Die Antworten von Jason findet ihr auf seinem Blog, meine Antworten gibt es natürlich hier.

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Einstellungen des EPUB-Exports sichern + wiederherstellen

Wer regelmäßig E-Books aus InDesign exportiert findet früher oder später die für seine Arbeitsweise und Dokumentenstruktur passenden Einstellungen für den EPUB-Export. Das Problem ist, diese Optionen werden nur pro Dokument gespeichert und müssen bei neuen Dokumenten erneut vorgenommen werden. Praktisch wäre die Möglichkeit diese Einstellungen in einem Preset zu sichern und dann bei Bedarf vor dem Export zu laden – ganz ähnlich den PDF-Exportvorgaben.
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ExtendScript Toolkit unter MacOS El Capitan und Sierra verwenden

Das ExtendScript Toolkit ist seit OS X Mavericks sehr behäbig geworden. In der Praxis konnte man damit nicht mehr debuggen, weil man gefühlt für jeden Einzelschritt eine Sekunde warten musste.

Die Lösung hat Chuck Weger gefunden: Man muss die Funktioan App Nap systemweit abschalten. Das geht zwar auf die Batterielaufzeit, aber dafür kann ich wieder arbeiten.

Ein Anleitung gibt es hier. Der Versuch App Nap nur für das ESTK zu deaktivieren hat leider nichts gebracht.

InDesign automatisieren in der 2. Auflage

coverNach einem Jahr Arbeit und Stress ist es geschaft: Mein Buch InDesign automatisieren – Keine Angst vor Skripting, GREP & Co. erscheint heute in der 2. Auflage.

Ich freue mich, viele Erweiterungen und Neuerungen ankündigen zu können: http://www.indesignjs.de/auflage2/was-ist-neu/

Die Webseite zum Buch mit allen Infos: http://www.indesignjs.de/auflage2/

Für Fragen stehe ich natürlich gerne zur Verfügung.

InDesign CC Document Object Model Dokumentation

Lange und gerne habe ich die HTML DOM Dokumentation von Theunis de Jong (Jongware) für die InDesign Skriptentwicklung verwendet. Die von Adobe mitgelieferte Hilfe im Object Model Viewer halte ich für völlig unbrauchbar.

Da jongware seine Dokumentation nur bis InDesign CS6 zur Verfügung stellt, habe ich mich die Tage daran gemacht diese selber aus Adobes XML-Quelldaten zu transformieren. Diese XSLT-Transformation findet ihr auf github.

Interssanter ist vermutlich die Dokumentation. Sie enthält alle ExtendScript und ScriptUI Objekte und natürlich das InDesign Objekt Modell. Ihr könnt sie auch als ZIP für den Offline Zugriff herunterladen (Leider funktioniert die Offline Suche nicht mit Chrome).

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Zum Abschluss nochmals vielen Dank an jongware, der mit seinen Vorarbeiten dieses Projekt überhaupt erst möglich gemacht hat!

Video zum Skripting

Ich habe für den schweizer Publisher ein kleines Video-Interview zum Skripting gegeben. Im Rahmen der Zeit waren natürlich nur ein paar grundsätzliche Überlegungen möglich, Spaß gemacht hat es aber auf jeden Fall.

Verknüpfungen für den EPUB-Export bereinigen [Update]

Kein neues Design für meinen Blog (ja es kommt bestimmt noch dieses Jahr) aber dafür mal wieder ein richtig produktives Skript. Ein immer wiederkehrendes Problem beim EPUB-Export von InDesign sind Leerräume und Umlaute in Dateinamen von Bildern. Auch in der aktuellen InDesign CC Version 9.1 werden diese exportiert und können zu Problemen bei der Validierung des EPUBs führen. Abhilfe naht wie zu erwarten per Skript. Abgesehen von der Vorbereitung für den EPUB-Export kann das Skript natürlich auch eingesetzt werden, um den alltäglichen Kundendatenwust auf die Schnelle zu bereinigen.

Kurz zusammengefasst: Das Skript kann entweder fehlerträchtigen Zeichen aus Dateinamen entfernen oder die Verknüpfungen individuell neu nummerieren. Die neuen Dateien werden dann ähnlich der Funktion Verpacken in einem neuen Ordner gespeichert – die Variante für vorsichtige Menschen – oder die Originaldatei wird umbenannt.

Für ungeduldige geht es hier zum Download.

Die lange Version mit Bildern und Erklärung: Zum Testen baut man sich am besten ein Dokument und platziert einige obskur benannten Bilder. Die Verknüpfungspalette sollte dann ungefähr so aussehen.

links_01

Das Skript ist hoffentlich schon installiert und kann gestartet werden. Falls das aktuelle Dokument nicht gespeichert ist, wird das Skript meckern, und die Möglichkeit geben das Dokument zu speichern – so kann man elegant zur zurück letzten Version wechseln, wenn einem das Ergebnis nicht behagt. Der danach folgende Dialog sieht so aus:

gui_1

Im ersten Panel kann gewählt werden, ob die Dateien umbenannt oder in einen neuen Ordner kopiert werden sollen. Wenn kopieren gewählt wird, werden die neuen Dateien werden in einem neuen Ordner neben der InDesign-Datei gespeichert. Der Name ist newLinksFolder –  falls bereits ein Ordner mit demselben Namen besteht wird mit Hilfe von newLinksFolder_0, newLinksFolder_1, … solange inkrementiert, bis ein neuer Ordner erstellt werden kann. Das ganz kann in Zeile 108 des Skripts angepasst werden.
Vorsicht: Wenn umbenennen gewählt wird, werden die Dateien am Originalspeicherort umbenannt, das kann nicht rückgängig gemacht werden!

Spannender ist aber die Namensbildung. Im Modus Dateien umbenennen werden alle Zeichen die nicht einem lateinischen Buchstaben oder einer Zahl entsprechen umbenannt. Im Hintergrund werkelt ein recht einfacher Regulärer Ausdruck: /[^a-z\d]./gi wird ersetzt durch ein Ersatzzeichen. Bonus: Das oder die Ersatzzeichen können vom Benutzer frei festgelegt werden, wenn gar kein Zeichen eingetragen wird, werden die Zeichen entfernt.

Im Code befindet sich die entsprechende Zeile in der Funktion getNewName() in Zeile 179. Das Ganze ist dort noch etwas komplexer, weil man ggf. berücksichtigen muss, dass zwei gleich benannte Bilder aus verschiedenen Ursprungspfaden im neuen Ordner zusammengeführt werden und sich dann gegenseitig überschreiben würden. Für diesen Fall wird eine vierstellige UID gebildet und an den Dateinamen angehangen.

fileNameObject.fileName.replace(/[^a-z\d.]/gi, config.replaeChar) + (((1+Math.random())*0x10000)|0).toString(16).substring(1) + fileNameObject.fileEnding;

Vermutlich ein eher selten auftretendes Phänomen, das aber zu hässlichen Fehlern führen könnte. Danach meldet sich das Skript noch mit einem Hinweis wie viele Verknüpfungen umbenannt wurden. Die Verknüpfungspalette sollte bei der Verwendung der Standardeinstellung in etwa so aussehen:

links_02

Alternativ kann man die Verknüpfungen im Modus Verknüpfungen neu nummerieren auch aufsteigend sortiert nummerieren.

gui_2

Hier kann der Startwert, ab dem die Zählung beginnt, die Anzahl der Stellen, es werden dann ggf. führende ‚0‘ hinzugefügt und ein Präfix bzw. Suffix festgelegt werden. Letztlich kann man in das Textfeld eintragen was man will nur sollte irgendwo mithilfe des #-Zeichens die Position und Anzahl der Stellen definiert werden. Der Eintrag Prä##fix würde die folgenden Dateinamen generieren Prä01fix.jpg, Prä02fix.jpg, Prä03fix.jpg und so fort. Das ganze wird ab Zeile mit ein paar String-Funktionen realisiert:

var ziffernLaenge = config.newName.lastIndexOf("#") - config.newName.indexOf("#") + 1;
var prefix = config.newName.substr(0, config.newName.indexOf ("#"));
var suffix = config.newName.substr(config.newName.lastIndexOf ("#")+1);
newFileName = prefix + pad(config.startNumber, ziffernLaenge) + suffix + getFileNameObject (relinkObjects[0].newName).fileEnding;

Die Dateinamen in der Verknüpfungpalette mit den Standardeinstellungen sind schlicht nummeriert –  vermutlich die meist gebrauchte Anforderung:

links_03

Insgesamt ist die Programmierung des Skripts recht einfach, die Herausforderung war das Handling von mehrmals platzierten Dateien und gleichen Dateinamen ab Zeile 74.

Wer das Skript verändern oder analysieren möchte, schaut sich den Quellcode an. Über Feedback freue ich mich!